Das Zwetschgenknödel-Prinzip

Es ist Herbst. Zeit für Zwetschgenknödel. Und Semmelbrösel und Zimtzucker. Aber was hat ein Zwetschgenknödel mit Marketing zu tun?

Alles. Glaub mir, einfach alles.

Ich hatte letzte Woche ein wunderschönes Skype-Gespräch mit der lieben Marion, die derzeit in Richtung Portugal lebt und von einer Insel zur anderen hüpft und dort arbeitet. Dieser Artikel ist für sie und alle anderen, die sich noch unklar sind, was sie wirklich tun wollen und anbieten können. Ich nenn das jetzt mal die eigene Kern-Kompetenz. Aha, jetzt kommen wir dem Zwetschgenknödel schon etwas näher.

Ich bin übrigens selbst keine Ausnahme und daher schreibe ich diesen Text vor allem auch für mich, denn Marion und ihre Anfrage habe mich meiner eigenen Kompetenz deutlich näher gebracht. Wer mich kennt, weiß, dass ich eine Suchende und eine Findende bin. Manchmal weiß ich nicht, was ich suche, aber ich finde stets etwas, womit ich mich vergnügen kann, mich weiterentwickle und andere Menschen begleite und diesen ebenfalls zur Weiterentwicklung verhelfe. Ich bin ein Der-Weg-ist-das-Ziel-Mensch.

Und ich mag Zwetschgenknödel.

Weiche Hülle und ein harter Kern

Die weiche, softe Teighülle, die so schön schmatzig im Mund wird, der knusprige Zimtzucker oben drauf, der zwischen den Zähnen knirschend schmilzt und dann das Beste: die saftig-warme Zwetschge. Süß, säuerlich, herb und so zwetschgenzart. Ein Traum! Und genau darum geht es, wenn du das Gefühl hast, dein Business ruft dich:

Du machst dich selbständig, bist es vielleicht schon und trotzdem hast du noch das Gefühl, nicht zu 100% das zu tun, wofür du „gemacht“ bist. Du springst noch ein wenig zwischen den Hochzeiten hin und her – willst alles ausprobieren. Überall mitmischen. Alles ist so aufregend und es gibt noch vieles auszuprobieren. Du machst eine Webseite (oder lässt sie machen), du hast einen Insta-Account (weil man das halt hat), du treibst dich auf Pinterest rum (mehr oder weniger – ok, eher weniger, weil du nicht weißt, was du dort tun sollst) und natürlich hast du eine Facebook-Fanpage. Das ist dein Knödelteig. Das Außen-Draußen deines Unternehmens. Die Hülle, die leckere Fassade – das köstliche Marketing. Das, was man zuerst von dir sieht.

Welcher Knödel bist du?

Aber was ist mit deiner Füllung: Bist du ein Marillenknödel? Bist du ein Nougat – oder Maronenknödel? Oder bist du ein Zwetschgenknödel? Was ist drin? Und jetzt geht es echt ans Eingemachte – im übertragenen und im wahrsten Wortsinne. Ich hab mir das anhand von mir selbst überlegt: Was ist meine Kern-Message? Meine Füllung? Ja, ich mache Marketing, ich bastle an Webseiten rum, ich mache Workshops, halte Vorträge, blogge für mein Leben gern – aber WAS IST MEINE FÜLLUNG? Was ist der Kern des Ganzen? Was ist es das ich mehr als alles andere in der Welt den Menschen da draußen beibringen und zeigen möchte?

Und es gibt einen Satz, der das alles in nur 5 Worten ausdrückt:

Ankommen wie ich es will.

Das ist meine Zwetschge. Meine Füllung. Meine Kern-Kompetenz. Mein Thema. Das, worum es geht. Das Essentielle. Der Kern – das, was übrigbleibt, wenn ich alles andere wegnehme (oder aufgegessen habe). Ob ich den Menschen zeige, wie sie trotz Sport-Inkompetenz Freude an Bewegung finden oder ob ich in einem Workshop Wege finde, wie sich meine Kunden authentisch durch den Online-Marketing-Dschungel bewegen oder ob ich einen PR-Text verfasse, der dir so aufs Business geschneidert ist, dass du beim Lesen Tränen in den Augen hast (hey, das ist heute gerade erst passiert, ich übertreibe nicht!) – im Endeffekt geht es immer darum: Dinge auf deine Weise zu tun. Nicht der Norm entsprechen. Sondern die eigene Norm festzulegen und auszubrechen, wann immer es richtig für dich ist. Das ist meine Füllung.

Mit diesem neuen Wissen, dieser inneren Erkenntnis sehe ich Dinge plötzlich anders. Klarer, unverschleiert. Ich kann entscheiden und festlegen, was meine Dienstleistung ist und/oder sein soll. Ich kann klar sehen, was ich tun möchte und was nicht. Was mich weiterbringt und was nicht.

Danke liebe Marion – du hast mir gerade eben Klarheit geschenkt. Ich habe dir versprochen, dass du Fragen von mir bekommst, die dich auf die Spur bringen sollen, was schlussendlich dein Business sein wird. Und in Wirklichkeit ist es ganz einfach. Denn es gibt nur diese eine, einzige Frage, die zählt:

Was ist deine Message für die Menschen da draußen?

Viel Freude beim Entdecken eurer Kern-Kompetenzen. Ich bin gerade unglaublich motiviert und klar. Und werde dementsprechend – wieder mal – Dinge ändern. Weglassen. Mich reduzieren. Mich fokussieren. Mich positionieren.

Ich hab jetzt Lust auf Zwetschgenknödel.

2 Antworten auf „Das Zwetschgenknödel-Prinzip“

  1. Mal wieder genau richtig…Von ein auf dem anderen Tag ist da die Leere und plötzlich soll man Dinge machen, die einem Spaß machen und auf seinen Würmli hören. Auf sein Bauchgefühl. Auf selbe Füllung
    Die Zeit bringt die Gemeinsamkeiten all dieser Dinge hervor und damit den gemeinsamen Nenner.
    Täglicher Spruch gerade: Mache doch,was du willst!

    Danke…Judith 😊

    1. Mach doch, was du willst – bestes Motto überhaupt. Dazu muss man natürlich wissen, was man will 😉 Aber das lernt man mit der Zeit. Auch wenn es erst bedeutet, zu wissen, was man nicht will. Das alleine ist schon wissenswert und ein Hinweis. Ja, Bauchgefühl – oft sehr, sehr leise zu vernehmen. Wenn überhaupt. Wir üben. Danke, Nadine!

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