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by judith.works

Weißt du wirklich was du kannst?

Frustig statt lustig?

„Hallo Judith, ich fürchte so wird es nix … ich sitze jetzt schon Stunden dran, aber ich weiß viel zu wenig und das Rumspielen macht keinen Spaß, wenn am Ende alles immer wieder weg ist – ich brauch da irgendwie noch eine Idee, was hinter den einzelnen Dingen steckt. Jetzt ist der Slider wieder weg, dabei wollte ich ihn nur an eine andere Stelle ziehen. Die Texte sind auch nicht so da, wie ich sie bereits bearbeitet habe und an irgendeiner Stelle fliege ich immer raus. So ist es echt frustig.“

Hoppla, was ist denn da los? Dieser Hilferuf ereilt mich eines Abends per e-Mail. Dabei war ich mir so sicher, dass ich alles richtig gemacht hatte! Als ich meinen Claim-to-fame-Kurs ins Leben rief, war ich 100% davon überzeugt, das jede von uns eine eigene WordPress-Seite haben und bedienen kann. Davon bin ich übrigens immer noch überzeugt.

Damals – also vor rund 8 Wochen – ging ich allerdings auch davon aus, dass das alles easy & superschnell funktioniert. Denn so kenne ich das aus meinem Alltag. Hier schnell eine Änderung, da kurz eine neue Seite eingerichtet, „mal schnell“ einen Blogartikel schreiben, reinkopieren, formatieren, Bild zugeschnitten …

Zack, raus in die Welt!

Easy, easy, easy und schnell geht das. Was ich dabei allerdings vergessen hatte: Es geht deswegen so schnell, weil ich das seit rund 10 Jahren praktiziere. Immer wieder. Jeden Tag. Es gehört seit Jahren zu meinem Alltag, diese Dinge zu lernen, zu können und zu wissen. Und plötzlich erinnere ich mich an eine Situation rund 4 Jahre zuvor:

Ich sitze da, raufe mir die Haare und möchte meinen Computer an die Wand werfen!

Das neue WordPress-Programm, was mir meine Kollegin als „supereasy & voll inutitiv anzuwenden“ beschrieben hat, macht mich gerade wahnsinnig. Ich seh nur noch bunte Kästchen und checke überhaupt nicht, womit ich anfangen muss. Alles Chaos! Nie im Leben entsteht daraus die tolle Webseite, die ich mir selber bauen wollte. Ich will das alles nicht mehr sehen, das überfordert mich und ich hab echt keine Lust mehr auf das alles.

Spulen wir nun wieder vier Jahre vor: Exakt dieses Programm – das mich damals wahnsinnig machte – habe ich in meinem Claim-to-Fame-Kurs meinen Teilnehmerinnen ans Herz gelegt, weil es ja so „supereasy & voll intuitiv anzuwenden“ ist. I love it! Und zwar so richtig … denn es stimmt tatsächlich, dass es das ist. Aber irgendwie hatte ich dabei vergessen, das ich die letzten 2-3 Jahre damit gespielt habe und immer besser geworden bin. Es war inzwischen so natürlich für mich, damit umzugehen, dass ich tatsächlich die Naivität besaß, anzunehmen, das könne doch jeder einfach so und mal eben nebenbei.

Wertschätzung, hallo?

Dieses Learning, das ich aus dem ersten Durchgang meines Kurses ziehe, ist dermaßen wertvoll, dass alleine das alles wert ist, was ich gerade erleben darf. Denn nicht nur, dass ich meinen Kundinnen ein bisschen zuviel zugemutet habe – nein, noch viel wilder: Ich hab mich selbst und meine Fähigkeiten sowas von runtergespielt! Ja, wie komme ich denn auf die Idee, das etwas, wofür ich Jahre gebraucht habe, damit es easy & intuitiv ist für mich, jemand anderer in 2 Stunden Einschulung lernen kann? Stell dir das mal vor! Was hab ich denn bitte für eine Meinung von mir?

Heute ist mir erst bewusst geworden, was ich mir in den letzten 10 Jahren tatsächlich alles antrainiert habe. Auf eigene Faust. Autodidakt. Manches mühsam, anderes leicht. Das, was ich heute bin und kann, habe ich mir zu 100% selbst erarbeitet. Ich besitze ein Fachwissen und Fähigkeiten, von denen ich nicht einfach mal so annehmen darf, dass das jeder andere ebenso hat.

Nur weil es für mich nichts Besonderes (mehr) ist.

Das heißt doch noch lange nicht, dass es für dein Gegenüber nichts Besonderes ist. Ganz im Gegenteil! Für deinen Kunden bist du vielleicht eine Offenbarung. Die große Meisterin. Der Tausendsassa. Der komplette Wahnsinn und die absolute Rettung in einer Person.

Und er hat Recht damit.

Stell deinen Kunden nicht in Frage, wenn er dir zeigt, dass du absolut unschlagbar bist. Es stimmt nicht, wenn du sagst: „Ach, das ist doch nichts. Das könnte doch jeder … schau, du musst nur mal schnell …“ Nein. Eben nicht! Was für dich „mal eben schnell“ ist, ist für ihn „Oh mein Gott, ich bin so froh, dass ich dich gefunden habe, denn nie im Leben möchte ich mich damit beschäftigen müssen.“ Und deswegen, meine Liebe, möchte ich dich heute einfach mit der Frage verabschieden:

Weißt du wirklich was du kannst?

Edit: Meine Kundin ist inzwischen wieder glücklich & lustig, wir sind gemeinsam nochmal an die Webseite ran und jetzt passt es perfekt. Und ich? Ich hab draus gelernt und mein Claim-to-Fame 2.0 wird noch besser und noch einfacher. Das Pilotprojekt war ein echter Erfolg und die Grundlage dafür, was jetzt kommt.

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Es ist doch so: Es wird zuwenig geschrieben auf der Welt. Sinnvolles. Wertvolles. Lustvolles. Wundervolles. Also starten wir damit hier. Und jetzt. Denn wer, wenn nicht wir.