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by Ilona Geiger

Eine unerwartete Corona-Coping-Geschichte

Ein Artikel von Ilona Geiger

Kurz nach dem Shutdown erreichte mich ein Newsletter von Stefan Oberhuber, dem AUTO Concierge. Er weist darauf hin, dass im Moment seine Verkaufstätigkeiten von Luxusautos nur beschränkt gefragt sind, darum bietet er seine Dienstleistung „ohne Auto“ an – gewissermaßen als Butler für alle Arten von Besorgungen.

3 Wochen später hatte er folgende Geschichte für mich:

Stefan wurde gebeten, Rassehunde zu überführen – und zwar von Österreich in die Schweiz, weil er als Handelsagent und gewerblicher Anbieter von Dienstleistungen über die Grenze darf. Die Zeit war knapp, Überweisung hätte zu lange gedauert, darum Bargeldübergabe über ein Postfach in St. Margrethen – fast wie bei dubiosen Geschäften!

Hund is Hund

Danach kommt der Hundelieferant aus der Steiermark, übergibt die beiden Tiere, der Zöllner sagt – „Shai Pai, was ist das?!?“ Der andere Zöllner, typisch österreichisch: „des haast so fü wia Chi Wawa…“

Der Zoll wird bezahlt, die Lieferung geht über die Grenze zu einem überglücklichen Hundebesitzer und Stefan Oberhuber konnte trotz der aktuellen Situation eine Rechnung schreiben. Und Spass hatte er noch dazu!

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by Miriam Schneider

Corona, die Kinder und ich.

Ein Artikel von Miriam Schneider. Sie wurde von ihrem Arbeitgeber gebeten, für die Firmenzeitung einen Artikel zu schreiben, wie sie die Zeit mit Homeoffice & Homeschooling erlebt. Hier kommt ihr Bericht, der bestimmt vielen Mamas so oder so ähnlich bekannt vorkommt:

Woche 7 des Ausnahmezustandes, Mittwoch Vormittag, 11 Uhr:

Ich sitze in der ehemaligen Abstellkammer meines Hauses, welche „Dank Corona“ endlich entrümpelt und ihrem ursprünglich geplanten Verwendungszweck zugeführt wurde: nämlich ein Büro zu sein.

Normalerweise bin ich es gewohnt, mich mit meinem Teamkollegen Berthold mittels Zurufen über den Bildschirmrand zu verständigen. Dank Skype funktioniert die Standleitung zu ihm auch über größere räumliche Distanzen und wir haben uns längst daran gewöhnt, dass wir statt lebendiger Mimik im Gesicht nur noch das Profilbild des Anderen zu sehen bekommen.

Auch was die Effizienz meiner Arbeit betrifft, kann ich mich nicht beklagen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, Zuhause besser voran zu kommen als wenn ich in Lindau im Büro sitze. Theoretisch würde dieses „Home Office“-Ding also ganz gut funktionieren – wenn es da nicht 3 gute Gründe gäbe, die jeden Tag in diesem Corona-Ausnahmezustand zu einer unberechenbaren Sache machen: Meine zwei Söhne und meine Tochter.

Alle 3 sind Schulkinder und alle 3 sind verdonnert zum „Home Schooling“. Den Begriff „Digital Learning“ kennen wir auch nach 7 Wochen weitestgehend nur in der Theorie: Während sich die Grundschullehrerin der beiden Jüngeren eisern an ausgedrucktes Zettelwerk hält und sich nur noch via E-Mail erreichbar zeigt, sind die Mittelschul-Lehrer meines Großen permanent über WhatsApp & Co. mit den Schülern in Kontakt. Aufgaben werden per E-Mail verschickt und teilweise darf er auch eine Lern-App auf dem Handy benutzen.

Anfangs folgte ich noch dem Irrglauben, dass Home Office und Home Schooling parallell funktionieren. Nach gefühlt 100x An-die-Türe-klopfen, „Mama hilf mir bitte mal!“ rufen, lautstarkem Geschwisterstreit und im Skype-Meeting stören, weiß ich aber, dass dem nicht so ist. Und so versuchen wir nun jeden Tag den Spagat zwischen Home-Office, Home-Schooling und Hausarbeit zu schaffen. Manchmal gelingt das überraschend gut, manchmal würde ich am liebsten schon vormittags um 10 die Nerven über Bord werfen.

Insgesamt erlebe ich diese Zeit der Pandemie als sehr ambivalent. Auf der einen Seite fühle ich mich jeden Tag zu 120% gefordert, um das System Arbeit-Schule-Haushalt-Freizeit für die Kinder und mich am Laufen zu halten. Auf der anderen Seite gibt es Entschleunigung an allen Ecken und Enden. Keine Termine mehr, keine Fahrten zu Hobbies, Musikschulstunden oder Freunden, keine Familientreffen. Dafür tägliche Spaziergänge nach getaner Arbeit als neues Familienritual und Kinder die plötzlich mehr im Haushalt helfen, weil sie erkennen, dass wir gemeinsam anpacken müssen. Und trotz der hohen Anforderungen, die dieser Ausnahmezustand für jeden von uns bereithält, mehr Zeit für das Wesentliche: Für uns!

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es jetzt 13 Uhr ist. Mist! Ich weiß noch nicht mal was ich kochen soll! Die Kinder haben meine Vertiefung in die Arbeit natürlich genutzt und es sich ohne fragen vor dem Fernseher bequem gemacht.

Natürlich nach getanen Schulaufgaben – sagen sie jedenfalls… 😉

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by Christine Moll

Respektierst du das neue Leben?

Ein Artikel von Christine Moll

Wie geht es dir in dieser bewegten Zeit? Lässt du dich von der allgemeinen Stimmung mitreißen oder schaffst du es, bei dir zu bleiben und Ruhe zu finden? 

Die Energie der Worte

Ist dir schon einmal aufgefallen, welche Wörter und Phrasen in den Medien für die tägliche Berichterstattung verwendet werden? Wörter wie Krise, Shutdown, Distanz, … fühlen sich für mich nicht gut an. Das soll nicht heißen, dass ich die Situation verharmlosen möchte, allerdings macht es mir die Energie dieser Worte bewusster. Und was macht es mit dir? Ich möchte mich der schönen Seite dieser herausfordernden Wochen widmen. Ich höre immer wieder von KlientInnen, wie sie diese Zeit genießen, sich endlich um wichtige, persönliche Dinge kümmern können, ja, wie sie dieses Herunterfahren vieler Systeme und zum Teil sogar Stillstehen richtig genießen, es als Erholungsphase nutzen. Und wie sie lernen, mit neuen Möglichkeiten sichtbar zu werden. Sie machen sich mit Online-Techniken vertraut und werden richtig kreativ in der Angebotserstellung und -umsetzung.

Regenerationsphase anstatt Shutdown

Und unsere Natur – ist es nicht traumhaft zu sehen, wie sie sich erholt, in welcher Geschwindigkeit sie sich regeneriert? Der Frühling schafft es, mit seinen Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen, mit süßen Düften von Frühlingsblumen und Blüten und dem fröhlichen Gezwitscher von allerlei Vögeln alles besser zu machen. Für mich ist es also ein zauberhaftes Geschenk, gerade jetzt Zeit zu haben, aufmerksam die Natur beobachten zu können, von ihr zu lernen und mich an ihr zu erfreuen. Und an all den neuen Möglichkeiten, die sich neu ergeben, alle neue Vernetzungen und gegenseitigem Unterstützen und an allem, das sich jetzt gerade neu sortiert.

Warten wir ab, üben wir uns in Geduld, ich bin fest davon überzeugt, dass es sich lohnen wird.

Ich wünsche mir, dass es ein Großteil der Menschheit schaffen wird, dieses neue Leben auf dieser neuen Erde zu achten und zu respektieren und nicht wieder in alte Muster zurück zu fallen.